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Vorstellung Minitauro 60 dt

Verfasst: 8. September 2026, 15:59
von Minitauro60dt
Hallo,
möchte mich hier kurz vorstellen, meine bisherigen Erfahrungen teilen und auch ein wenig die Dinge dokumentieren, weil das Wissen dann wieder langsam verschwindet mit der Zeit.
Bin seit kurzem Besitzer eines Minitauro 60 Allrad. Es ist eine Kabine und ein Hydrac Frontlader montiert. Der Frontlader hat auch eine Einhebel Steuerung, sehr praktisch mit kippbarer Schaufel.

Der Minitauro ist Baujahr 1977, 7400 BSt, unsynchronisiert, mit Lenkunterstützung. Wurde die letzten Jahre wenig bewegt und es gab einen Wartungsstau, aber nicht weltbewegend. Klassisch eben: wahrscheinlich vor 10, 15 Jahren das letzte mal serviciert. Dieselfilter Ölfilter usw waren SDF Originalteile, dürfte also eine Werkstatt gemacht haben. Funktioniert hat alles. Motorölfilter wenn der Aufdruck stimmt ca 10 Jahre alt. Hab ihn aufgeschnitten und das Filterpapier kontrolliert, keine Metallspäne, 1 2 Dichtungspartikel, aber eigentlich nur leicht schlammig am Boden des Filters.

Es war klar, dass ich alles was Öl und Fett und Filter ist mal wechsle.

Motor:
Angefangen mit Motoröl und Filter. War sehr viel Ruß im öl nach der langen Zeit. Hab mal 5 Liter rausgeholt und was gerade da war wieder frisch aufgefüllt um damit mal eine Runde zu drehen (+neuen Filter). Das konnte nochmal Schmutz aufnehmen und in den alten Filter befördern, vor dem Ablassen noch ca 0,8L Diesel dazu zum Spülen. Wollte nicht gleich mit Reinigern und Spülern arbeiten ohne zu wissen wieviel Dreck drin ist. Hab dann beim Ölwechsel 15w40 verwendet ca 9l. Ölfilter hab ich mir einen "besseren" eingebaut. Hab Datenblätter der Hersteller durchgesehen und einen passenden gewählt. Nenndurchflussmenge 75 Liter / Minute.
Mann W938, der Filter hat den gleichen Durchmesser aber ist länger, mehr Ölvolumen, mehr Filterfläche und feinere Filterung (99% Abscheidegrad 29 ym, 50% 10ym), das ist in etwa doppelt so fein wie die herkömmliche Filterleistung von 50ym aufwärts! Der Motor lebt ja schließlich vom Öl. Den neuen Filter dann auch aufgeschnitten, war nichts auffälliges drin.
Ventilkappen abgeschraubt und Ventilspiel grob überprüft, scheint noch die 0,2mm E/A zu haben. Die Ventile mit dem Federteller sitzen auf relativ weichen Federn, hat mich gewundert. Kann man händisch durch Druck öffnen. Aus den Kipphebeln kommt gleichmäßig öl seitlich, scheint nichts verstopft zu sein.

Mer Motor "atmet" ein wenig beim Luftfiltergehäuse. Also ein aus / ein saugen spürbar. hin und her...dachte zuerst eventuell die Ventile verkokt oder ähnliches. Im Ansaugkanal ist eigentlich kein Ruß sichtbar beim jeweiligen Zylinder. Die Ventile lassen sich mit der Feder als ganzes drehen, sodass sich das Ventil am Sitz dreht. Keine Unregelmäßigkeiten spürbar, auch der klang ist ähnlich bei allen. Kann also sein, dass sie Dicht sind, Leistung stimmt ja, auch kein Rauch.

Lass ich mal so wie es ist mit dem ein/ausblasendem Phänomen beim Luftfilterdeckel. Shceint mir auch eine Art Resonanz der Strömung zu sein. wenn ich bei laufendem Motor mit der Hand die Luftzufuhr verringere merkt man wie der Luftstrom kontinuierlicher hineingeht...

Auf der anderen Seite des Motors hab ich bei der Gelegenheit das Lüftungsgehäuse aufgeschraubt und die Kühlrippen gesäubert, waren auch schon teilweise verlegt., gibt ja keinen Filter

Vorderachse:
Differenzialöl gewechselt, altes öl war noch klar. Planetengetriebe-Öl 2x gewechselt, war eher grau/schwarz beim ersten Mal wechseln. +Überall Getriebeadditiv MoS2 dazu.

Die Gelenkwellen wollte ich auch schmieren, aber keine Chance, hier scheine es keine Shcmiernippel zu geben bei den Nadellagern/Kreuzgelenken?!

Getriebe/Hinterachse:
Mit dem Schalten hatte ich es noch nicht so bei den ersten Ausfahrten, aber generell war das Getriebe ziemlich laut, geradverzahnt und dürftiges Öl eben.
Wenn der Allrad eingeschaltet ist bei schnellerer fahrt nochmal lauter das Ganze. Fahre ansonsten immer ohne Allrad.
Ölstand war ok, altes öl etwas schimmrig grün/gelb kann auch vom Licht sein, keine Späne. Ist bei vielen alten Getriebeölen die lange stehen so. Mit den Füllmengen ist das so eine Sache. Einfüllen beim Peilstab ist eher sinnlos bzw. geht am besten mit umfüllen in 5l Kanister und Trichter. Soweit so gut. Aber dass das Öl für die Hinterachse durch diese Dünne kommunizierende Leitung nach hinten wandert würde Tage dauern. Also Sitz abgeschraubt und Deckel von Differenzial ab. Dann hineingießen, viel schneller! Bei der Gelegenheit kann man auch gleich alle Zahnflanken Prüfen!

Getriebe ist nun viel leiser, schaltet auch ganz ok, ist sowieso gewöhnungsbedürftig.
Fotos vom Schaltgetriebe habe ich auch mit Endoskop gemacht. Sieht auch alles ganz ok aus bei den Schaltmuffen.

Bremse:
Funktioniert, bremst gut und ist durch die Bandbremse seitlich zugänglich falls mal was repariert werden müsste. Was für ein technisches Highligt!

Hydraulik:
Heckhydraulik hab ich die Restmenge an frischem Getriebeöl (ca 5l ) abgesaugt und ergänzt, schadet sicher nicht. Der Frontlader wird ja auch damit betrieben. Der obere linke Hebel kann entweder für Einwege oder Zweiwege eingestellt werden. Für den Betrieb des Frontladers muss er anscheinen als Zweiwegehebel bedient werden, sonst arbeitet der Frontlader nicht. Das ist noch ein halbes Rätsel, aber funktioniert.

Servolenkung:
funktioniert, leider war da kein Filter im Behälter verbaut, der hat gefehlt, warum auch immer. Öl aus dem Behälter 3x abgesaugt und neu aufgefüllt, reicht für frisches Öl.

Öldruckmanometer:
Der Motor hat ja außer Motoröl nicht viel was es zu überwachen gibt. Deshalb hab ich ein VDO 5 bar Manometer installiert und beim dazugehörigen VDO - Öldruckgeber ist ein Warnkontakt mit 1,2 bar integriert. Da kann man die bisherige Kontrolleuchte gleich anklemmen.
Motor hat kalt (25grad) ca 3 bar im Stand bis ca 4 bar bei Drehzahl. Heiß weis ich noch nicht. Ist aber beruhigend den Öldruck im Auge zu haben, bevor sich was verabschiedet.

Das Einzige was mir noch Kopfzerbrechen macht ist die Luftansaugung. Dass er so pulsend ansaugt, kann aber auch normal sein. Luftfilter ist auf jedenfall neu.

Zum Getriebeöl/Motoröl:
hab viel recherchiert und auch sonst einige alte Motoren usw. um die ich mich kümmere. (Steyr 791 LKW allrad, 6 Zylinder Reihendiesel, Oldtimertraktor, ...)
Es scheint in wahrheit nur wenige Kriterien zu geben bei der Wahl der Öle.

synchronisiert/unsynchronisiert (GL4/5, Freigaben!), Ölbasis mineralisch/teilsynthetisch/synthetisch (Dichtungen!), hypoid ja /nein, Viskosität. Das tuts eigentlich für die Entscheidung.

Vorgeschrieben im Getriebe Hinterachse Vorderachse und Hydraulik ist GL5 80W. Synchronisierung gibts nicht also GL5 ok, Hypoid gibts auch nicht weil beim Differenzial und ebenso Vorderachse kein Achsversatz des Trieblings (oder minimal) würde GL4 reichen, aber GL5 auch ok, kann mehr. Planetengetriebe ist wahrscheinlich sowieso egal was drin ist, hauptsache öl, also auch GL5 kann nicht schaden. GL4 GL5 unterscheidet sich im Anteil der Additive. Wichtiger, wenn nicht überhaupt das wichtigste ist das "mineralische" Grundöl. Betrifft Dichtungen/Simmerringe!!
Viskosität habe ich 80w90 gewählt. Ist für unsere Breiten ganz tauglich. GL5 verträgt auch höhere Stoßbelastung , das ist noch eher ein Auswahlkriterium, ansonsten gehts bei den Same Getrieben um nicht viel.

Verwendete Teile / Öle:
Preis/Leistung orientiert, bei mir bleiben die Öle sowieso nie zu lang drin...

Motoröl Mannol Universal 15W40 mineralisches Grundöl, + Ölfilter Mann W938 + Liquy Moly 5197 MOS2 Motorverschleißschutz - ca. 9L gesamt (20L Kanister bietet sich da für 2 Ölwechsel an)

Getriebeöl (Hinterachse/Vorderachse/Schaltgetriebe/Planetengetriebe 2x0,3l, Kraftheber) Mannol 80W90 Hypoid GL5 mineralisches Grundöl + Liquy Moly 5198 Getriebeöladditiv MOS2 (Mannol 9991 MOS2, günstiger tuts auch) 2x20L Kanister

Filter:
Dieselfilter - Hengst E75K D42
Ölfilter - Mann W938
Luftfilter - UFI 27.936.00
2. Luftfiltereinsatz - DONALDSON P541582
Servofilter - FG-HF6175


(Achtung Luftfilter Maße vor Kauf kontrollieren, Mann Filter passt zB nicht, die oben ganannten alle schon)

Weiters habe ich Verschlussstopfen für die Getriebe Ablass und Einfüll öffnungen bestellt, um diese unsäglichen abgenudelten Innensechkant-Stopfen zu verbannen. Verschlussstopfen DIN910 1/2 Zoll Gewinde + Dichtringe CU 21x26x1,5 ist die Lösung!
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